Misteltherapie

Die Mistel (Viscum album) ist ein immergrüner, gabelästiger Strauch, der als Halbschmarotzer auf Laub- und Nadelbäumen wächst. Halbschmarotzer entziehen ihrem Wirt Wasser und Nährstoffe. Sie können selbstständig Photosynthese betreiben und so die Nährsalze weiterverarbeiten.

Die Zweige sind grün-braun gefärbt, die Blätter sehen gelblich-grün aus und besitzen eine ledrige Oberfläche. Die Mistel bildet unscheinbare Blüten, die sich an den Zweigenden befinden. Die Frucht hat in etwa die Größe einer Erbse und sieht gelblich-weiß aus.

Die Mistel gehört zu den Mistelgewächsen (Viscaceae), blüht von März bis April und kommt wild in Europa und Asien vor.
Als Arznei kommt das ganze Kraut zum Einsatz. Eine Misteltherapie ist als sinnvolle Ergänzung konventioneller Therapien anzusehen.

Inhaltsstoffe:

  • Viscotoxine (Viscotoxine lösen die sog. Nekrose aus, d.h. sie verursachen den Zelltod durch eine von einer Entzündung begleiteten Vergiftung der Zelle.)
  • Lektine (Lektine hingegen wirken auf den Zellkern und lösen dort eine sog. apop­ totische Reaktion der Zelle aus. Apoptose bedeutet, dass ein dem natür­ lichen Zelltod vergleichbarer, geordneter Abbau aller Zellbestandteile angeregt wird. Bisher sind vier Gruppen von Mistel­Lektinen bekannt)
  • Flavonoide
  • biogene Amine
  • Schleimstoffe
  • Vitamin C

Wirkung:

  • Tumorhemmung
  • Immunmodulation (eine starke Vermehrung von Leukozyten im Blut
  • Immunprotektion
  • Verbesserung der Lebensqualität

Verwendung
unterstützt die Mistel die Therapie gegen Bluthochdruck und Arthrosen. Zusammen mit Weißdorn stärkt sie das müde, geschwächte Herz. Auch bei Schwindelanfällen, epileptischen Zuständen und in der Krebstherapie findet sie ihre Verwendung.

Es wurde wissenschaftlich Nachgewiesen, dass Mistel cytotoxisch wirkt.

Mistelpräparate werden als Extrakt aus Misteln des jeweiligen Wirts­ baumes hergestellt. Manche Hersteller verwenden sowohl die im Som­ mer als auch die im Winter geerntete Mistel, während andere nur die im Winter geernteten Pflanzen verwenden. Auch kommen unterschiedliche Extraktionsverfahren und Verdünnungsmittel zum Einsatz. Die Spektren der Inhalts­ und Wirkstoffe unterscheiden sich daher bei jedem auf dem Markt befindlichen Präparat.

Die Anwendung für die Misteltherapie ist vielfältig, ich fokussiere mich in meiner Praxis auf folgende Punkte:

  • Kinderwunsch
  • Krebsbegleitung
  • Autoimmune Krankheiten (hyperthermische Therapie)

Krebsbegleitung:
Chemotherapeutika schädigen die körpereigene Bildung von Leuko­ zyten, wodurch eine hohe Infektionsanfälligkeit beim Patienten gegeben ist. Infekte, auch ein harmloser Schnupfen, können während einer Che­ motherapie den Körper zusätzlich und in wesentlich stärkerem Ausmaße schwächen und sogar zu einem Abbruch des Zyklus bzw. zu einer vom Optimum abweichenden Dosierung der Chemotherapie führen.

Die Therapie mit Mistel aktiviert u.a. die zu den Leukozyten gehören­ den natürlichen Killerzellen (NK­Zellen) und regt deren Vermehrung an. Vermehrt werden ebenfalls die zu den Leukozyten gehörenden Granulo­ zyten und Makrophagen, welche abgestorbene oder erkrankte Zellen beseitigen und somit die Anfälligkeit für Infekte verringern.

Alle vorgenannten Wirkungen tragen zu einem besseren Allgemein­ befinden bei. Unterstützt wird dies zudem durch die Ausschüttung von Interleukinen. Interleukine erhöhen u. a. die Produktion natürlicher, körpereigener Morphine (sog. Endorphine) und hellen die durch Chemo­ therapie oft gedrückte Stimmungslage auf, sodass die Therapie mit grö­ ßerer Akzeptanz durchgeführt werden kann. Die Appetit anregende und stimmungsaufhellende Wirkung einer Misteltherapie kann so unterstüt­ zend zur Chemotherapie genutzt werden.

Die gute Verträglichkeit von Mistelpräparaten während einer Chemo­ oder Antikörpertherapie wurde in mehreren Studien zu verschiedenen Tumorarten1) nachgewiesen. Die Lebensqualität der Patienten, die Mistel während einer Chemotherapie angewendet haben, war signifikant besser als bei den Patienten, die keine Misteltherapie erhielten. Die Nebenwirkungen einer Antikörpertherapie konnten reduziert werden.

Eine Hormontherapie unterdrückt wirksam, aber ’nur’ einseitig das hormongesteuerte Wachstum von Tumorzellen. Die Therapie mit Mistel

ist hier im Sinne einer ganzheitlichen, ergänzenden Behandlung des er­ krankten Patienten zu verstehen. Der starke Eingriff in den Hormonhaus­ halt des Patienten bedarf einer begleitenden Immunmodulation.

Mistelpräparate werden abhängig vom Therapieziel für eine Dauer von zwei bis sieben Jahren eingesetzt. Dieser Zeitraum, auch „Dauer­ Therapie“ genannt, dient der Immunmodulation und somit indirekt einer wirksamen Verhinderung von Rezidiven. Rezidive sind Tumoren, welche nach einer erfolgreichen, kurativen Behandlung (z.B. nach einer Opera­ tion) erneut auftreten. Oft liegt ein Zeitraum von mehreren Jahren zwi­ schen der erfolgreichen Behandlung und dem Auftreten eines Rezidivs. Vorbeugende (prophylaktische) Therapien gegen Rezidive sind deswe­ gen langfristig und auf den ganzen Organismus gerichtet anzulegen. Mistelpräparate sind zur wirkungsvollen Rezidivprophylaxe geeignet, weil jedes nur auf die erkrankte Zelle gerichtete Medikament das Ziel ver­ fehlen würde, eine langfristige Gesundung des gesamten, körperlichen Organismus zu erreichen.

Während dieser langfristig angelegten Dauer­Therapie können Pausen in der Behandlung eingelegt werden. Häufig geschieht dies, um das Im­ munsystem durch unterschiedliche Reize verstärkt und erneut anzuregen oder weil z.B. während einer Grippe eine zusätzliche Beanspruchung vermieden werden soll. Aber auch äußere Umstände können eine Pause begründen.

Wirtsbäume von Misteln
Je nachdem auf welchem Baum, dem sog. Wirtsbaum, eine Mistel­ pflanze gewachsen ist, bildet sie verschieden ausgeprägte Kompo­ sitionen von Inhaltsstoffen. Dies wird therapeutisch genutzt. So kann beispielsweise die hohe Konzentration von Viscotoxinen und Lektinen in Viscum album Fraxini für die Behandlung metastasierender Tumor­ erkrankungen empfohlen werden. Das lateinische Wort „Fraxini“ bedeu­ tet „Esche“ und bezeichnet den Baum, auf dem die Mistel gewachsen ist. Für Mali (Apfelbaum) liegen gute, über Jahrzehnte erworbene und durch Studien belegte Erfahrungen bei der Behandlung von Brustkrebs vor. Dies gilt in gleicher Weise für die Eichenmistel (Quercus), welche insbe­ sondere für Tumoren des Gastrointestinaltraktes, d. h. des Verdauungs­ traktes, und der männlichen Geschlechtsorgane genutzt wird.

Die Auswahl des Wirtsbaumes durch Ihren Arzt hängt aber auch ganz wesentlich vom Therapiekonzept und vor allem auch vom individuellen Krankheitsbild ab. Im Einzelfall kann es sein, dass auch bei der Behand­ lung eines Mammakarzinoms die Mistel der Kiefer (Pini) oder Viscum al­ bum Abietis (Tanne) anstatt der häufig verwendeten Sorte „Mali“ (Apfel­ baum) eingesetzt wird. Dies geschieht, um den körperlichen Organismus durch die jeweilige Komposition der Inhaltsstoffe in anderer Form anzu­ sprechen.

Kann die Misteltherapie die Wirkung von Chemo­ oder Strahlentherapien beeinträchtigen?
Nein, im Gegenteil: Weil eine Chemotherapie mit einer begleiten­ den Misteltherapie besser vertragen wird, lässt sie sich eher sogar noch intensivieren und wirkt dann noch besser. Das gilt auch für eine Strahlentherapie.

Untersuchungen ergaben keinen Anhaltspunkt für mögliche Wechsel­ wirkungen mit anderen Arzneimitteln. Insbesondere ­ dies ist nur für abnobaVISCUM nachgewiesen ­ wird der Abbau der Chemotherapeutika im Körper durch die Misteltherapie nicht beeinflusst.

Die Behandlung zielt ab auf eine Überleitung des Körper zu einem Gleichgewicht sowie die Verbesserung der Lebensumstände für zum Beispiel Krebspatienten und das stoppen & möglichst das Rückbildung der Erkrankung bei Autoimmunen Krankheiten. Beim Kinderwunsch zu der erfolgreichen Schwangerschaft.

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